Vielleicht ist es überheblich, diese Aussage zu treffen, denn ein Handy ist schließlich nur ein technisches Gerät. Und zwar ein mobiles, technisches Gerät. Eines, das fast jeder besitzt und das wir immer und überall dabei haben, damit wir jederzeit mit jedem reden können. Ein Handy ist inzwischen auch das Gerät, auf dem wir uns unsere Fotos angucken, bei Langeweile oder Nervosität drauf herumtippseln und von dem wir natürlich absolut unabhängig sind. Denn es ist ja schließlich bloß ein kleiner Kasten Technik, der in der Hosentasche steckt – So ähnlich wie beispielsweise ein portabler Föhn. Nur verbindet der natürlich niemanden mit jemand anderen und Fotos kann der auch nicht machen. Und er erinnert einen auch nicht an Termine.
Vielleicht ist da doch was dran. Unser Handy ist unser nächster Begleiter – aus der technischen Welt. Wen macht das nicht verrückt, wenn er morgens kurz nach dem Verlassen der heimischen vier Wände merkt, dass er seinen mobilen Freund zu Hause vergessen hat und nun den ganzen Tag ohne ihn sein muss. Ein bisschen abhängig sind die meisten wohl doch. Und deshalb wird so ein Handy auch nicht wie ein Föhn ausgesucht, sondern werden stets viele verschiedene Kriterien in Betracht gezogen.
Grundsätzlich lassen sich etwa drei Typen Handybesitzer einordnen:
1. Der „Mir doch wurscht – will ja bloß telefonieren“-Typ. Obwohl das Argument auch von weiteren Typen gerne mal aufgegriffen wird, um die anscheinende Unabhänigigkeit vom mobilen Begleiter zu betonen, gibt es Personen, die es auch so meinen. Die Handys, meist noch mit schwarz-weiß-Display, werden irgendwo in der Tasche verwühlt, zu Hause vergessen oder nicht gehört, wenn jemand anruft. SMSen werden meist mit der ungefähren Durchschnittsgeschwindigkeit von vier Wörtern pro Minute getippt. Hier haben wir es wirklich mit den letzten Dinos der Mobilfunkrebellen zu tun. Mit denjenigen, die dem Zauber überall und immer alles tun zu können noch nicht erliegen sind. Entweder lässt das auf extreme Lässigkeit schließen, den Wunsch sich abzugrenzen oder völlig authentische Unabhänigkeit.
2. Das genaue Gegenteil, der Handy-Dinos, sind die Smartphoneträger. In Etuis, möglichst nah am Körper, tragen sie ihr kleines Zaubergerät mit sich herum. Offene Fragen werden via Internet sofort geklärt und Fahrpläne für Freunde und Kollegen unmittelbar nachgeschlagen. Das Wetter wird lieber auf dem Wetterradar als am Himmel begutachtet und während des Fußballspiels auf der Mattscheibe findet noch ein zweites auf dem kleinen Display in der Hand statt. Trennt man beide für ein paar Stunden, so verursacht das böse Schmerzen. Angehörige dieser Gruppe wollen immer auf dem Stand der Dinge sein, im Trend liegen und so viel von allem mitnehmen wie irgendwie geht. Aber bitte möglichst bequem.
3.Der dritte Typ ist irgendwo mittig anzuordnen, wobei es sich um eine gleitende Skala handelt, die mal mehr zu Typ eins oder Typ zwei abdriften kann. Zwar ist das Handy auch hier meist ständig dabei, ist ebenfalls begabt Fotos zu machen und Musik abzuspielen und ist vielleicht sogar in Maßen internetfähig, doch hat hier überwiegend noch nicht die völlige Verschmelzung zwischen Mensch und Technik stattgefunden.
Innerhalb dieser Grobgruppierungen sind natürlich weitere Verästelungen zu entdecken. Wer einen Wechsel anstrebt und sich noch nicht recht sicher ist, in welche Richtung es gehen soll, der kann sein Glück ja einmal dem Handyfinder in die Hand legen.